| Trauriger Abschied |
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Dieser Tage haben wir gleich zwei traurige Ereignisse in Fürstenwalde, die ich hier mit Bildern begleiten möchte. Zum einen verliert unsere schöne Innenstadt bis Ende Februar ihren schönsten Baum und zum anderen wird am Samstag, dem 19.02.2011 das höchste Bauwerk der Stadt gesprengt. Beiden Ereignissen wurde je eine Presseerklärung der Stadtverwaltung gewidmet, die die Begründungen lieferten und die hier auch nicht angegangen werden sollen. Aber es ist sehr schade und bei der Weichselkirsche am Grasnikbrunnen auch sehr traurig. Der Baum in der Eisenbahnstraße hat jahrzehntelang das Stadtbild rund um den Brunnen geprägt. Er war zu jeder Jahreszeit mit seiner Größe und seiner Erscheinung ein fester Bestandteil unserer grünen Stadt. Gerade im Frühjahr während der Baumblüte prägte er mit seiner weit ausladenden Krone mit den zigtausenden (gefühlten Millionen) kleinen weißen Blüten die Eisenbahnstraße. Wir werden dieses tolle Bild nie wieder sehen. Jedenfalls auf Jahrzehnte nicht, denn die Stadt bemüht sich natürlich das Grün der Stadt zu erhalten und pflanzt wieder eine Weichselkirsche an den Brunnen. Auch wenn sie dabei einen größeren (teureren) Baum pflanzt als vorgeschrieben (laut Naturschutzgesetz) – es wird Jahrzehnte dauern bis sich wieder so ein schönes Schauspiel im Frühjahr in unserer Stadt wiederholt. Ich möchte als Erinnerung an die schöne Weichselkirsche eine kleine Bilderreihe starten die den Baum über die Jahre und Jahreszeiten zeigt. Anfangen werde ich mit meinen Bildern aus dem Jahr 2010. Es werden immer wieder neue Bilder dazu kommen. Auch von meinen Fotopartnern. Wenn sie zu Hause noch Bilder haben, lassen sie sie mir doch zukommen und ich stelle sie online, damit wir einen schönen Rückblick auf die Jahre der Kirsche bekommen. Auch wenn sie alte Fotos und Karten haben können sie sie mir zukommen lassen. Ich scanne sie ein und sie bekommen die Bilder zurück. (Presseerklärung unten) Über die Sprengung des höchsten Bauwerks Fürstenwaldes berichte ich im nächsten Beitrag.
Heute noch zwei Fotos des Grasnikbrunnens mit der Weichselkirsche im Winter. Fotografiert von Mario Radoi.
Und hier noch fünf Bilder aus meiner Fotokiste von 2009.
Hier meine letzten Bilder der Weichselkirsche. Heute Morgen, nur 2 Stunden vor der Fällung aufgenommen. Der Baum hatte sich noch einmal bunt geschmückt. Nicht mit Blüten, sondern mit farbigen Nachrichten und Fähnchen von den Fürstenwaldern die Abschied vom Baum genommen haben.
Presseinformation vom 17. Februar 2011 Wie die Stadt mitteilt wird die Fällung der Weichselkirsche am Grasnikbrunnen morgen, Die. den 22. Februar 2011 ab 10 Uhr erfolgen. Fürstenwalder Bäume werden verantwortungsvoll auf Herz und Nieren geprüft: Fürstenwalde setzt auf Baumschau und Expertenrat
Dennoch: Abschied von der Weichselkirsche. Baum ist sehr krank und muss gefällt werden...
Im Jahr stehen rund 25.000 € für Baumkontrollen zur Verfügung. Dabei wird jeder der rund 6.800 Straßenbäume einer eingehenden Sichtkontrolle durch den Gutachter Bernd Gustke unterzogen. Wo sich der Experte nicht sicher ist, erfolgt eine eingehende Untersuchung, im letzten Jahr waren das 77 Bäume. In einem solchen Fall wird der Baum mit einem aufwendigen Verfahren einer Schalltomographie unterzogen. Dabei erhält der Experte Aussagen über die Festigkeit des Baumes im Stammbereich und kann Prognosen treffen über den Zustand und die noch verbleibende Lebensdauer. In einem umfangreichen Gutachten empfiehlt der Experte Maßnahmen zur Rettung des Baums oder muss auf eine Fällung dringen.
„Das ist eine Prozedur wie bei einem kranken Menschen“, meint Marion Nötzel, Fachgruppenleiterin Straßen und Grünflächen. „Wir ringen um jeden Patienten und prüfen ihn auf Herz und Nieren“. Dennoch sind nicht alle Bäume zu retten. Im Jahr 2010 und bis jetzt wurden 120 Bäume aus Sicherheitsgründen gefällt. 50 Prozent davon waren nicht geschützt. Es handelte sich dabei überwiegend um Pappeln, Robinien, Eschenahorn oder andere, so z.B. die Pappeln am Arbeitsamt.
„Für jeden Baum liegt eine Fällgenehmigung der Unteren Naturschutzbehörde vor“, erläutert Susanne Kleinschmidt, Mitarbeiterin der Fachgruppe Straßen und Grünflächen und verantwortlich für die Fürstenwalder Bäume, „so auch für die jüngst gefällte stattliche Eiche in der Nähe des Ärztehauses Nord in der Karl-Liebknecht-Straße“. Sie hatte einen großen Rindenschaden im unteren Stammbereich und mit fortschreitender Fäule zu kämpfen. Der Baum wäre in der kommenden Vegetationsperiode für parkende Autos und Fußgänger eine Gefahr gewesen, belegt das Baumgutachten zum Baum 2801.
Das Problem der Stadt Fürstenwalde sei der relativ alte Baumbestand. Von den rund 6.800 Bäumen seien ca. 3.000 Bäume stark überaltert und bereiten zunehmend Probleme. „Das müssen wir akzeptieren, es ist wie bei alten Menschen“, meint Marion Nötzel.
Besonders schmerzlich sei aber, sich von besonders markanten Bäumen trennen zu müssen, die jahrzehntelang das Stadtbild prägten. Dazu zählen zwei Eichen auf dem Goetheplatz und auch die Weichselkirsche am Grasnickbrunnen. Gerade ihr hatte man in den vergangenen Jahren verschiedene Maßnahmen angedeihen lassen und es mit einer Stütze und Seilen versucht. „Der Baum ist aber so krank, dass Gefahr im Verzug ist und er umzufallen droht. Wir müssen handeln“, so Marion Nötzel. Deshalb wird der Baum in der kommenden Woche gefällt.
Baumfällungen bedeuten aber auch immer die Chance für einen Neubeginn. So wird auch am Grasnickbrunnen im Bereich zur Bergstraße eine neue Weichselkirsche gepflanzt. Dieser attraktive Zierbaum wird auch mehrfach auf der neu zu gestaltenden Fläche zwischen Dom und Rathaus, dem Paradeplatz, gepflanzt. Im Jahr 2010 wurden insgesamt 81 Bäume neu gepflanzt, wenn möglich auch an etwa gleichen Standorten. Dabei bevorzugt die Stadt Fürstenwalde Bäume mit einem Stammdurchmesser von 18 bis 20 Zentimetern. Vorgeschrieben wären 12 bis 14 Zentimeter. „Wir wollen damit unseren Neupflanzungen besonders gute Startbedingungen geben“, sagt Susanne Kleinschmidt. Einige Standorte, an denen jetzt Bäume gefällt wurden, wie z.B. die Trebuser Straße, müssen aber noch so lange auf Ersatzpflanzungen warten, bis die dort geplanten Straßenbauarbeiten abgeschlossen sind.
Bis Ende Februar ist laut Bundesnaturschutzgesetz noch das Fällen von Bäumen erlaubt. Die Stadt Fürstenwalde hat den Auftrag erteilt, bis dahin noch 18 Bäume zu fällen, die eine akute Gefahr darstellen.
All diese Informationen werden heute Abend im Stadtentwicklungsausschuss den Abgeordneten zur Kenntnis gegeben. |








